Viele Interessenten warten noch auf die Möglichkeit, eine GeForce RTX 3080 überhaupt kaufen zu können, da berichten erste Inhaber von Problemen. Sie sollen sich über Abstürze bei Taktraten von über 2,0 GHz äußern, die den Spieler zurück auf den Desktop werfen. Meldungen liegen ganz unterschiedliche Varianten zu Grunde.
Abstürze bei mehr als 2,0 GHz Takt
Bereits am Freitag vergangener Woche hatte ein Anwender bei LinusTechTips von Abstürzen in Spielen mit der Zotac GeForce RTX 3080 Trinity berichtet, am Dienstag folgten Inhaber der MSI GeForce RTX 3080 Ventus 3X OC in einem inzwischen viel diskutierten Beitrag im Forum von Overclockers.co.uk. Mittlerweile gibt es auch im Forum von ComputerBase derartige Meldungen. Die gemeldeten 2,0 GHz liegen höher als der typische GPU-Takt der GeForce RTX 3080 in Spielen.
Bei einem Boost-Takt von 2,00 bis 2,05 GHz kommt es demzufolge bei den betroffenen Besitzern vermehrt zu einem CTD (Crash to Desktop) in Spielen und deren Integrierten Benchmarks wie beispielsweise Assassin‘s Creed Odyssee (Test).
Die Karte boostet mit Default-Settings in Spielen nach nur wenigen Sekunden mit bis zu 2.040 MHz deutlich zu hoch, was dann natürlich einen Crash verursacht.
R-47, Community-Mitglied
Auch im offiziellen Nvidia-Forum mehren sich vergleichbare Meldungen, die darauf schließen lassen, dass es sich hierbei nicht um eine Eintagsfliege handelt und eine Vielzahl an Spielen, aber auch Grafikkarten betroffen sind: Auch Inhaber von EVGA-Modellen sowie der Gaming-(X-)Trio-Variante von MSI melden ein vergleichbares Verhalten. Im Forum von TomsHardware, Reddit und Tweakers.net finden sich weitere „Hilferufe“.
Liegt es am Netzteil oder Treiber?
Die Inhaber der Grafikkarten haben sie nach eigenen Angaben nicht übertaktet, die genutzten Netzteile sind oft 750 Watt stark oder stärker. Ein klares Bild ergeben die vielen Beiträge in den verschiedensten Foren aber noch nicht. Die Bandbreite der genannten Modelle lässt auch ein Treiberproblem wahrscheinlich erscheinen. ComputerBase konnte das Verhalten in der Redaktion mit der Founders Edition, der MSI Gaming X Trio sowie der Asus TUF Gaming OC bisher kein einziges Mal nachvollziehen – und der Testparcours ist umfangreich und beinhaltet auch längere Volllastphasen. Das Netzteil ist 1.500 Watt stark.
Offset sorgt vorerst für Abhilfe
Hersteller haben sich bisher noch nicht zu den gemeldeten Problemen geäußert, die Redaktion steht seit heute im Kontakt. Nutzer haben sich in der Zwischenzeit selbst „geholfen“.
Ein negatives Offset von mindestens 100 MHz beim GPU-Takt kann vorerst Abhilfe schaffen, auch steht das Windows-10-Feature „Hardware-beschleunigte GPU-Planung“ im Verdacht, die Probleme im aktivierten Zustand zu verstärken. Diese kann unter Windows 10 über „Einstellungen > System > Anzeige > Grafikeinstellungen“ deaktiviert werden.
Die Boost-Frequenzen selbst, die seit Pascal verschlüsselt im BIOS der Grafikkarte hinterlegt sind, lassen sich nicht direkt bearbeiten – ein entsprechender Offset für den GPU-Takt lässt sich allerdings über den MSI Afterburner einstellen.
Um den Takt der Ampere-Generation entsprechend anzupassen, wird der MSI Afterburner 4.6.3 Beta 2 benötigt, der auch über das Download-Archiv von ComputerBase heruntergeladen werden kann.
Die Redaktion dankt Community-Mitglied „R-47“ für seinen Hinweis zu dieser Meldung.